26.05.2026
Holzhandelstag 2026: Branche diskutiert Zukunftsthemen in Erfurt
Der 51. Holzhandelstag des Gesamtverbands Deutscher Holzhandel, GD Holz, hat am 21. Mai in Erfurt wichtige Impulse für die Weiterentwicklung der Branche gesetzt. Bei der Mitgliederversammlung standen neben dem Geschäftsbericht eine Nachbesetzung im Vorstand sowie der Austausch über zukunftsträchtige Technologien des Handels im Fokus.
GD Holz-Geschäftsführer Thomas Goebel berichtete eingangs, dass sich nach einem schwierigen Jahresstart im März eine deutlich bessere Umsatzsituation abzeichnete. Allerdings stelle dies keinen durchgreifenden Stimmungswechsel dar, da die Zuwächse vor allem aus Preissteigerungen resultierten.
Bei der Nachwahl im Vorstand folgte Michel Kahrs (Kahrs Holzhandel, Bremen) auf den satzungsgemäß scheidenden Rolf von Loßberg. Als neues kooptiertes Mitglied wurde Fabian Heins (Georg Pagnia, Oldenburg) im Vorstand begrüßt, Vorsitzender des Außenhandelsvorstands und Sprecher der Fachabteilung Importmakler- und agenten im GD Holz.
Um strukturellem Wandel und wirtschaftlichen Herausforderungen erfolgreich begegnen zu können, wurden vielfältige Fachthemen in Round Tables angeboten. Insgesamt zehn Diskussionsformate beleuchteten unter anderem die Auswirkungen der neuen EU-Produktsicherheitsverordnung, Fragen der EU-Verpackungsverordnung PPWR, Themen rund um Brandschutz und Versicherung sowie einen Ausblick auf den Branchentag Holz 2027.
Gewichtiges Thema waren die Anpassungen der EUDR, leider nicht so weitreichend, wie die Branche gehofft hatte. Zwar konnten Ende 2025 wesentliche Erleichterungen für Holzhändler erreicht werden, doch bleiben insbesondere für Importeure erhebliche Herausforderungen bestehen. Trotz konkreter Vorschläge zur Vereinfachung und einer Verpflichtung der EU-Kommission, die Verordnung bis April 2026 zu vereinfachen, brachten die Anfang Mai veröffentlichten Dokumente keine echten Verbesserungen. Insbesondere für Importeure gab es keine Entlastung, obwohl teils Kostenreduktionen behauptet wurden. Die EU-Kommission kündigte zudem an, den Verordnungstext nicht mehr ändern zu wollen, was aus Sicht des GD Holz ein gebrochenes Versprechen darstellt.
Ein besonderer Fokus lag zudem auf der zunehmenden Bedeutung Künstlicher Intelligenz im Holzhandel. Gleich mehrere Diskussionsrunden widmeten sich konkreten Anwendungsfällen, der Projektauswahl sowie Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung durch datengetriebene Prozesse in Groß- und Einzelhandel. Daran schloss thematsich der Vortrag von Dr. Verena Lütschg an, die unter dem Titel „Von Automatisierung zu Imagination – Wie Robotik die nächste Innovationswelle entfesselt“ Einblicke in zukünftige Entwicklungen und deren Bedeutung gab. Neben den fachlichen Impulsen bot der Holzhandelstag zahlreiche Gelegenheiten zum persönlichen Austausch.
Goebel zog als Fazit: „Der Holzhandelstag 2026 zeigte, wie stark sich der Holzhandel im Spannungsfeld von Regulierung, Digitalisierung und Marktanforderungen entwickelt. Umso wichtiger ist es deshalb, neueste Technologien als Chance zu verstehen und aktiv zu nutzen.“